Wer haftet? Wer zahlt?

Info-Abend der IG FF zu Haftung und Versicherung vom 22.01.2013.

01/2013 - IG-FF-Veranstaltung: Versicherungen

01/2013 – IG-FF-Veranstaltung: Versicherungen

Unser Experte Tim Domigall hatte auf der Treppe eine Reißzwecke gefunden. Die Frage: …du kommst zu dieser Veranstaltung, trittst in eine Reißzwecke und verletzt dich – wen machst du dafür verantwortlich? Die IG FF? Das Horns? Die Putzfrau? Den Hersteller deiner Schuhe, weil die Sohle zu dünn ist? Den, der das Ding da verloren hat? Fazit: die Rechnung kann gundsätzlich erstmal an jeden gestellt werden. Sollen das doch die Versicherungen unter einander klären!

Beim Thema Versicherungen steht immer die Frage: wie viele brauche ich und welche sind wirklich „wichtig“?

Tims´s Antwort: Das hängt von der persönlichen Gewichtung ab und davon, welches Risiko von der Versicherung abgedeckt wird. Die größten Risiken sind Haftung, Gesundheit und Einkommen. Daraus ergeben sich die Versicherungen: Haftpflicht, Krankenversicherung, Berufsunfähigkeit / Erwerbsunfähigkeit / schwere Krankheiten, individuell Hinterbliebenen- und Werteversicherungen. Hier die Fragen und Antworten des Abends in stichpunktartiger Zusammenfassung für euch.

1. HAFTUNG = laut BGB § 823 Schadensersatzpflicht: der Verursacher ist voll ersatzpflichtig (zu beachten, dass Versicherungen Höchstgrenze einbeziehen)

1.1. Bei Beauftragung gilt: der Auftraggeber haftet, wenn die Sorgfaltspflicht vom Auftragnehmer eingehalten wurde.

1.2. KfZ:

– für Schäden, die bei der Bewegung des KfZ entstehen, haftet immer der Fahrer, bzw. die KfZ-Haftpflicht

– zusätzliche Insassenversicherung ist nicht nötig

1.3. private vs. gewerbliche/berufliche Haftung

Privathaftpflicht-Versicherung

–  möglicherweise gewerbliche Tätigkeit bei zu versteuerndem Gewinn bis zu 12.000 Euro / Jahr

– übernimmt je nach Anbieter auch:

Forderungsausfall (wenn ein Schaden, den jemand anderes verursacht hat, nicht bezahlt wird)

nicht deliktfähige Kinder, grobe Fahrlässigkeit, Schlüsselverlust, Gefälligkeit, fremde gemietete/geliehene und Miet-Sachen, Haus- und Grundbesitz, Baumaßnahmen

– Berufshaftpflicht übernimmt einzelne private Haftpflichtrisiken, aber nicht umfassend

Berufshaftpflicht-Versicherung – für Freie und Selbstständige nötig

– Tarife genau anschauen: welche Fälle habe ich, genau die müssen versichert sein = muss passgenau sein.

Beispiele zur Haftung aus dem Arbeitsalltag…

– Lampe aufgestellt beim Dreh, Brandfleck an der Decke – es haftet der, der die Lampe aufgestellt hat mit seiner Berufshaftpflicht

– Kopflicht ist locker und haut beim Dreh Display der Kamera kaputt – es greift die Berufshaftpflicht derjenigen, die die Lampe hätten fest machen müssen, im Zweifelsfall müssen die Versicherungen derjenigen, die daran beteiligt waren, sich den Schaden teilen

– wenn im Winter keine Winterreifen aufgezogen sind, dann nicht fahren = du bist und bleibst eigenverantwortlich

– überlassen und mieten, was abholen…man unterschreibt das Formular, dass man die Technik abholt – wird damit zum Mieter? – geht evtl. sogar in Vorkasse beim Verleiher? Haftung: Der Abholer ist der Erfüllungsgehilfe – der Auftraggeber ist der Verantwortliche. (Unterschrift: im Auftrag, also i. A.)

– Verleumdung / Urheberrechtsverletzung… die journalistische Berufshaftpflicht würde Schadensersatz tragen

– Transport von Technik im eigenen PKW… nachschauen: wie hoch sind die in der Haftpflichtversicherung eingeschlossenen Sachwerte beziffert? Achtung: üblich sind 10 000 € – nötig wird dann eine Transportmittelversicherung!

– Krank werden am Tag vor dem Dreh und nicht arbeiten können… das ist „höhere Gewalt“, dafür kann derjenige nicht haftbar gemacht werden.

– P2-Karten gelöscht – neuer Dreh erfordertlich: das ist ein Vermögensschaden!

„Berufs“-Haftpflichtversicherungn  für Journalisten, Tonleute, Kameraleute, Moderator – für 128 – 250 € netto pro Jahr und Produktions-Versicherung….. für ein Projekt, kommt fürs Alltagsgeschäft nicht infrage.

Anbieter… Axa, Continentale, Gothaer, R+V, Württembergische, Zurich (Marktführer). Immer individuell anfragen und vergleichen: Risiken, Umsatz, Versicherungssummen, Deckungsumfang, Selbstbehalte

Sinnvoll ist es, in den eigenen AGBs festzulegen, wo die Haftung aufhört!

 

2. Gesundheitsabsicherung

2.1. Pflicht / gesetzlich: die Krankenkasse entscheidet, ob ich weisungsgebunden bin vs. freiwillig / gesetzlich: Mindestbemessungsgrenze: 1700/1800 €, wollen jedes Jahr wissen, wie viel verdient wird, um Beitrag anzupassen. Die Leistungen sind übers BGB festgelegt, zusätzlich hat die Krankenkasse Spielraum. Probleme mit den günstigen Tarifen der privaten Versicherungen treten auf, weil es Leistungsausschlüsse gibt und wenn man alt wird.

2.2. Unfallversicherung für Privatperson…

– zahlt immer, egal ob ich gerade arbeite oder “privat” bin

– einmalig für bleibenden Schaden / Unfallrente, ab 50 % Invalidität.

– außerdem Bergungskosten und Rückholkosten.

– Tarif kann aufgestockt werden bezüglich KKH-Tagegeld, Genesungsgeld, Ausfall durch Unfall

– Tierstiche und Bisse gelten als Unfall

– Verträge alle zwei Jahre prüfen lassen, sie müssen aktualisiert werden, zum Beispiel gelten als bleibende Schäden inzwischen nicht nur verlorene Gliedmaßen, sondern auch Schäden an inneren Organen.

3. RUHESTANDSVORSORGE

3.1. Richtwert: 20 % vom Einkommen = entspricht dem Beitrag für die Deutsche Rentenversicherung

3.2. Welche eigenen Ansprüche habe ich?

– Staatliche Grundsicherung… wenn ich die in Anspruch nehme, muss ich alles, was ich irgendwo bekomme, angeben

– Lebens- / Rentenversicherung: Vermögungszuwachs, Professionalität, Flexibilität ist vom Träger der Versicherung zu erwarten, Disziplin von mir als Sparer, die Einnahmen sind verschieden steuer- und ggf. kv-pflv-pflichtig

Empfehlung?

Mischung aus verschiedenen Bausteinen

… geförderte Bausteine, Eigenheiten beachten

… solide gute Lebensversicherung (trennen: Risiko Ableben und Vorsorge fürs Alter)

… Immobilien

4. Zwangsruhestand BERUFSUNFÄHIGKEIT

Vorsorge dann empfehlenswert, wenn für einen persönlich Hartz4 keine Option ist.

Zu beachten: Alternativjob-Klausel ausschließen

Alternativen und Abgrenzung:

– Schwere-Krankheiten-Vers. – z.Bsp. Krebs – einmalige Leistung (Gothaer, Kanada Life, Scandia)

– Erwerbsunfähigkeitsvers. – Deckung der monatl. Lebenshaltungskosten

– Existenzschutz – Mischung

– Unfallrentenversicherung

Weitere Informationen und Überprüfung von bestehenden Verträgen… tim.domigall.buero@gmx.de 0176/101 65 190

ACHTUNG 1: Eure Versicherungen müsst ihr in eure Honorare mit einkalkulieren!

ACHTUNG 2: Wir übernehmen keine Gewährleistung für die Richtigkeit der Angaben in diesem Artikel.

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