Erstes Treffen der IG-FF mit dem MDR Fernsehdirektor

Am 23.04. war es so weit. Unser Treffen mit dem MDR-Fernsehdirektor, dem Betriebsdirektor, dem Leiter der MDR Programmwirtschaft und zwei Leitenden MA des Produktionsmanagements fand statt. Steffen, Beate, Holger, Stephan, Frank, Daniel, Thomas und Susanne waren vor Ort. Wir waren als Vertreter der Freien Fernsehschaffenden dort, die die IG-FF unterstützen. Ein großes Dankeschön geht an alle, die an der Vorbereitung mitgewirkt haben. Letztlich war diese gute Vorarbeit der Türöffner für weiterführende Gespräche mit den Leuten, die im Sender etwas zu sagen haben.

TREFFEN FERNSEHDIREKTOR

Bild: Frank Menzel

Wir haben unsere Fragen und Anliegen zu den Punkten Urheberrecht und Namensnennung, Trimediale Zukunft, Umgang mit Themenvorschlägen und Kommunikation konstruktiv durchgearbeitet. Zum Thema Urheberrecht und Namensnennung geht jetzt eine Liste an den Fernsehdirektor. Darin haben wir die Sendungen beim Namen genannt, die uns nicht beim Namen nennen. Die Formate, bei denen es zu Verstößen gegen das UrhG §13 kommt. Um dieses Problem wird man sich im Sender kümmern. Dennoch müssen wir auch etwas dafür tun. Die verantwortlichen Redakteure müssen auch von uns, den Betroffenen, permanent auf Verstöße hingewiesen werden. Da das Problem Namensnennung auch im Online-Bereich eine Rolle spielt, ging das Gespräch fast nahtlos zum nächsten Thema über: Trimediale Zukunft. Warum wird von den Teams immer öfter und immer mehr gratis für die Online-Auftritte verlangt? Der Fernsehdirektor dazu: (Zitat) „Es soll nicht die Zukunft sein, dass eine Person alles macht“ Für jede Sparte, Online, Fernsehen und Hörfunk gibt es „medienspezifische Kompetenzen“, die selten in einer Person vereint sind. Auch der zeitliche Rahmen bei einer Produktion lässt solche Forderungen gar nicht zu. Wenn jemand etwas zu seinem Auftrag dazu macht, muss das auch vergütet werden. (Zitat) „Wir machen doch kein Ehrenamt.“ ABER der Fernsehdirektor sagte auch sehr deutlich: Eine Budgeterhöhung für den Bereich Telemedien ist zu Zeit nicht möglich. TROTZDEM werden die Redaktionen vom Fernsehdirektor (so seine Aussage) darüber in Kenntnis gesetzt, dass es in Zukunft auf diesem Gebiet Widerstand geben wird. Was heißt das für uns? Wenn jemand etwas zusätzlich von uns verlangt müssen wir von ihm auch zusätzlich etwas verlangen, sonst wird sich in der Sache nichts bewegen. Wir sind alle aufgefordert den Mund aufzumachen und wenn nötig auch mal „nein“ zu sagen. Tatsache ist: So lange kein Geld für Fotos, Backstageberichte und extra Onlinetexte da ist, müssen es eben Screenshots und Auszüge aus den Sprechertexten tun. Sollte jemandem beim Widerstand gegen die „Gratisbeigaben“ etwas passieren, dann meldet es bitte, denn in dem Fall können wir und zwar auf den Fernsehdirektor berufen aber helfen wird im Endeffekt nur unser Zusammenhalt und Öffentlichkeit.

Die Verantwortung des Senders für die regionale Produktionslandschaft war das nächste Thema auf unserer Agenda. Dazu bekamen wir die Eckdaten des neuen Angebotsverfahrens geschildert, das (Zitat) „nicht zur Stärkung der regionalen Firmen beiträgt“. Jetzt im Mai wird es eine Evaluation der Sache geben… noch sind die Ergebnisse offen. Wir werden das verfolgen! In diesem Zusammenhang gab es einen kleinen Ausflug zum Thema Arbeitszeiten und Arbeitsbedingungen Freier bei Produktionsfirmen, wobei alle Beteiligten des MDR in der Runde sehr aufmerksam zuhörten und teilweise die Köpfe schüttelten. In wie weit die Senderverantwortlichen da aktiv werden können, werden müssen und werden ist unklar. Wir hatten jedoch alle den Eindruck, dass die Verantwortlichen darüber auf jeden Fall informiert werden müssen. Wir haben ihnen auch deutlich gemacht, dass wir da draußen den MDR und nicht irgendeine Firma repräsentieren. Und Loyalität muss man sich erarbeiten. Von Seiten des Fernsehdirektors gab es die Anregung, dass es eine Art Wertekodex geben sollte. Diese Anregung unterstützen wir natürlich sehr.

Nächster Punkt auf der Agenda,Themenvorschläge etc. und der Umgang der Senderverantwortlichen damit. Dazu gibt es trauriger Weise beim MDR keine offizielle Regelung. Doch es wird, wenn der Fernsehdirektor Wort hält, eine geben. Wenn das durchgesetzt ist, können wir uns darauf berufen, eine Eingangsbestätigung und nach 14 Tagen ein vorläufiges Feedback zu bekommen. Diese Runde führte schnell zum nächsten TOP: Kommunikation. Auch daran soll gearbeitet werden. Nachgedacht haben wir über Newsletter zu neuen Programmstrategien, Idee, Wünschen etc. Die IG-FF hat sich dafür als Multiplikator angeboten in die Welt der vielen kreativen Fernsehmacher, die außerhalb des Senders arbeiten. Auch wir sollten mal überlegen, vor allem wenn in dem Punkt nichts passieren sollte, wie wir mit eigenen Vorschlägen kommen müssen. Zukünftig soll es außerdem „Zusammenkünfte in relativ kurzer Taktung (Zitat) zwischen der IG-FF und dem Sender geben.

Alles in allem war das Treffen sehr konstruktiv und ist ein guter Anfang. Ein zweites Treffen noch vor der Sommerpause wurde uns angeboten.

Im Nachhinein haben einige von uns erfahren, dass sich das Treffen und auch einige konkrete Punkte daraus herumgesprochen haben, bis in die Redaktionen. Bisher waren die Reaktionen durchaus positiv. Wir dürfen jetzt allerdings nicht locker lassen, müssen die oben genannten Punkte angehen und selbst auf unserer Ebene und gegenüber unseren direkten Auftraggebern aktiv, kritisch und fordernd bleiben. 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


Spam-Schutz-Aufgabe: (bitte mit Ziffern beantworten - das hält eMail-Roboter fern) *
Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.